Veränderung
des Judasbildes

20.01.2017 • 17:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Artikel „Judas steht nun nicht mehr als Verräter dar“, VN vom 13. 1. 2017:

Dem stimme ich vollinhalt­lich zu, möchte aber folgen­des bemerken: Jesus ist die höchste göttliche Schwingung der Liebe. Ist die bedingungslose Liebe imstande, zu bewerten und zu verurteilen? Bedingungslose Liebe heißt, alles so anzuerkennen, wie es ist. Richten und verurteilen gehören zu jenen Eigenschaften, die uns vom Frieden abhalten. Es sind reine menschliche Eigenschaften und diese existieren im Göttlichen nicht. Bevor die Seele inkarniert, werden alle wichtigen Eckpunkte genau geplant, z. B. die Eltern, der Geburtsort, die Begegnungen mit Menschen, die für diese Erfahrungsebene wichtig sind. Ich vergleiche das mit einem Theaterstück. Auch hier wird der gesamten Ablauf geplant und den einzelnen Personen ihre Rolle zugeteilt. Sind Menschen, die in diesem Stück eine negative Rolle übernehmen, dadurch in ihrem normalen Leben auch schlechte Menschen? Das irdische Leben ist eine Erfahrungsebene der Seele in einem feststofflichen Körper. Jesus hat vor der Inkarnation jemanden gesucht, der die Rolle des „Verräters“ übernimmt, und es ist sicher nicht einfach, ein Wesen, das man über alles liebt, zu verraten. Noch eine Bemerkung: Viele Menschen kommen mit der Kirche nicht zurecht. Wenn wir Verände­rung wollen, müssen wir uns den Veränderungen auch öffnen.

Paul Sandholzer,
Rheinstraße, Altach