Alberschwende: Rodelverbot und Gasthaus geschlossen

Leserbriefe / 24.01.2017 • 19:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Skigebiet Brüggelekopf hat wegen seiner Topografie und geringen Größe einen sehr schweren Stand. Aber anstatt zu resignieren, hat Herr Oberhauser vom Gasthaus Brüggelekopf mit großem Engagement eine tolle Rodelbahn hingezaubert, die seit 1999 begeistert angenommen wird. Bei über 100 Fahrten habe ich nie einen Zwischenfall erlebt, da diese Strecke für Skifahrer unattraktiv und daher wenig ­frequentiert ist. Zudem läuft die Betriebsbewilligung für die Liftanlagen demnächst ab, ein Investor ist nicht in Sicht. Nach 18 Jahren reibungs­losem Betrieb kommt Frau Bürgermeister plötzlich zur Erkenntnis, dass dies angeblich alles zu gefährlich ist, hingegen sieht sie in öffentlichen Straßen, die Skiabfahrten kreuzen, kein Gefahrenpotenzial. Kann es daher sein, dass in Wahrheit hier ganz andere Motive mit hineinspielen? Anstatt am Wintersport­kuchen mitzunaschen und sich mit einer naturverträglichen Sportart zu arrangieren, lässt man im ohnehin schon verkehrsgeplagten Alberschwende die Wintersportler lieber durchfahren und pflastert die Landschaft mit Verbotstafeln zu. Ein Blick über den Tellerrand ins benachbarte Tirol zeigt, dass das vorgeschobene Haftungsproblem ähnlich wie beim Mountain­biken sehr wohl lösbar ist. Dort finden sich aktuell knapp 100 Rodelbahnen, die offiziell in Betrieb sind. Bei den Verbotsjunkies hier im Ländle sind es ­hingegen nur eine Handvoll.

Johannes Grabherr,
bundesstraße,
lauterach