Nochmals zum
Verrat des Judas

Leserbriefe / 24.01.2017 • 19:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Debatte um Judas regt offenbar zur Diskussion an. In den VN vom 21. Jänner meinte Herr Sandholzer, bedingungslose Liebe hieße, alles so anzuerkennen, wie es ist. Richten und Verurteilen seien rein menschliche Eigenschaften und existierten im Göttlichen nicht. Das ist wohl ein Irrtum. Wozu gibt es überhaupt Gebote, eine Gesetzgebung oder Ethik? Und Dr. Wolfram Walch beschwört in jener VN-Ausgabe ebenfalls die Barmherzigkeit und Großzügigkeit Gottes. Ja, er ist barmherzig und großzügig, doch habe ich das Gefühl, dass die Barmherzigkeit Gottes gegenwärtig von der Kirche einseitig über­betont, ja fast absolut gesetzt wird. Dadurch entsteht die Gefahr, dass viele Menschen glauben, dass die Barmherzig­keit Gottes an die Stelle seines Gerichts tritt und dass Unrecht und Sünde keine praktische Bedeutung mehr haben. Es könnte ihnen passieren, dass sie dann keine Verpflichtung mehr fühlen, die Sünde zu meiden oder um Vergebung zu bitten. Jesus sagt uns dazu: „Niemand soll jemals meine Barmherzigkeit mit meinem Gericht verwechseln, denn das sind zwei verschiedene Dinge. Meine Barmherzigkeit wird nur jenen zuteil, die Reue für ihre Sünden zeigen, wenn sie vor mir stehen werden.“

Walter Rhomberg,

Unterfeldstrasse,
Bludenz