Verständnis für Wildtiere

Leserbriefe / 25.01.2017 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als ehemaliger Holzer und Fuhrmann mit 73 Jahren erinnere ich mich noch daran, wie mancherorts Bauern, die abseits der Dorfzentren gewohnt haben, im Winter bei hohem Schnee und eisiger Kälte manchmal Heubündel zusammengebunden und auf dem Rücken an den Waldrand getragen haben, um dort die hungernden Wildtiere zu füttern, weil die Jäger damals (ohne jede technische Hilfe) zeitlich nicht zurande kamen. Denn obwohl die Wildtiere weit, weit mehr Lebensraum zur Verfügung hatten und teilweise im Winter bis in die Nahräume der Niederungen „am Land“ gezogen sind, wurde das Wild gefüttert. Aufgrund des rapiden Verlustes der Lebensräume und auch aufgrund gesetzlicher Vorschriften wurde das Wild in Zonen eingeteilt und konzentriert gefüttert. Diese teils verordnete Konzentration wird jetzt als Fehler massiv kritisiert. Es hat sich aber auch sonst vieles geändert. Als die Bevölkerung noch arm und die Bauern klein waren, da hatten sie auch noch Verständnis und ein Mitgefühl für die Wildtiere, die sie als Teil von Gottes Schöpfung und nicht nur als Konkurrenten betrachteten, und ihnen daher auch einen gewissen Schutz zugestanden haben. Mit zunehmendem Wohlstand der Bevölkerung und steigenden bäuerlichen Betriebsgrößen ist leider auch die Sensibilität gegenüber vielen Mitgeschöpfen verloren gegangen.

Jakob nussbaumer,
Tannen, Hittisau