Ein kleines Dorf wie Laterns braucht kein Millionenhotel

Leserbriefe / 08.02.2017 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein kleines Dorf wie Laterns braucht kein Millionenhotel

Zum Interview mit
Alt-LH Dr. Sausgruber,
VN vom 4./5. 2. 2017:

Dieses Interview kann ich den Laternser Gemeindevertretern zum Studium wärmstens empfehlen. U. a. heißt es dort, dass für brauchbare Ergebnisse Werkzeuge wie Hausverstand und Grundrechnungsarten Voraussetzung sind. Wenn sich eine Gemeinde mit 35 Prozent an einem Hotel beteiligen soll und dazu noch 1,8 Mill. Euro Landesförderung und 1,85 Mill. Landesdarlehen kommen, dann wird man stutzig, was sich dahinter verbirgt. 20 Prozent Förderung? Wofür? Mit welchen Förderungskriterien? Für die Bürger des Laternsertales? Oder für die bessere Rendite der 65-Prozent-Investoren und Jufa-Pächter? Lieber Bürgermeister, lassen Sie sich nicht einseifen von Versprechungen über Nächtigungszahlen, Kommunalsteuer, Fremdenverkehrsabgabe, Arbeitsplätze, etc. Denken Sie auch an die Verantwortung der künftigen Erhaltung und die Kapitalbedienung. Ist ein dauerhafter wirtschaft­licher Erfolg in diesem Umfeld überhaupt möglich? Welche Ausstiegsklausel für den Hauptpächter? Soll/darf sich eine Kommune an einem rein privaten Unternehmen inklusive Folgerisiko beteiligen? Laterns ist ein wunderbares Naherholungsgebiet. Qualitätstourismus in Laterns? Tote Hose. Es gibt nicht einmal ein ganztägig geöffnetes Gasthaus. Das lässt sich nicht auf Knopfdruck ändern. Da nützen auch geschönte Studien nichts. Papier ist geduldig. Im Landhaus sitzen Entscheidungsträger mit Profil und Augenmaß. Und auf das hoffe ich. Zitat aus dem letzten Absatz des besagten Interviews: „Fortschritt und nicht Fortwurf oder Fortsturz, durchdachte Strategie mit Hausverstand.“

Elmar Gisinger,

Ulimahd, Mäder

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