Deutsche Soldaten in Litauen

Leserbriefe / 13.02.2017 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Nato verstärkt die Verteidigungsfähigkeit im Baltikum und in Polen, u. a. durch die Entsendung von Kampftruppen. Gründe für diese strittige Maßnahme sind die Sorge des Bündnisses und insbesondere der osteuropäischen Staaten wegen des aggressiven pro-russischen Vorgehens in der Ukraine und die Angst, ein ähnliches Schicksal zu erleiden.

Fast 500 Soldaten der deutschen Bundeswehr – mit Schützenpanzern und Kampfpanzern ausgestattet – versehen künftig in Litauen ihren Dienst und werden dabei durch Soldaten aus den Niederlanden, Belgien und Norwegen verstärkt. Dieser Einsatz ist aus deutscher Sicht anspruchsvoll. So erinnerte die deutsche Verteidigungsministerin Von der Leyen, dass die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Elend und Zerstörung gebracht habe. Die litauische Staatspräsidentin Grybauskaite ging auf diese historische Belastung nicht ein und bedankte sich bei Deutschland, die Führung über das multinationale Bataillon übernommen zu haben. Offensichtlich sehen viele Leute in Litauen ihre Geschichte differenziert. So erklärte der litauische Analytiker Kestutis Girnius (Universität Vilnius): „Während des Zweiten Weltkriegs sahen die meisten Litauer die Sowjetunion als ihren Hauptfeind, sie hatte unser Land 1940 zuerst besetzt.“ Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Litauen übernahm eine pro-sowjetische Regierung die Amtsgeschäfte und erklärte am
3. August 1940 den Beitritt zur Sowjet­union.

Kurt Gärtner,

Billrothstraße,
Wels

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