Fairness und

Leserbriefe / 26.02.2017 • 18:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gerechtigkeit

ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin will die Familienbeihilfe für im EU- Ausland lebende Kinder an die jeweilige Kaufkraft anpassen, „damit das Geld in allen Ländern gleich viel wert ist, denn es geht um Fairness“. Jene Beschäftigten, deren Kinder nicht in Österreich leben, würden dadurch einer aktuellen Berechnung auf Basis der Kaufkraftdaten von Eurostat zufolge in Summe um rund 84 Millionen Euro weniger Familienbeihilfe beziehen. Fairness und Gerechtigkeit sind wichtige Kriterien bei der Entscheidung, wer unter welchen Bedingungen und in welchem Ausmaß Sozialleistungen bekommt. Fairness und Gerechtigkeit müssen aber auch wichtige Kriterien sein, wenn es um die Frage geht, wer trägt wie viel zur Finanzierung unseres Sozialsystems bei. Es ist z.B. nicht einzusehen, dass Betriebe immer weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen, weil sie ihre Wertschöpfung mit immer mehr Maschinen und immer weniger Menschen erreichen. Und man kann auch nicht von Fairness sprechen, wenn in Österreich zehn Prozent der Bevölkerung mehr als zwei Drittel aller Sach- und Geldvermögen besitzen, dafür aber kaum Vermögenssteuern bezahlen. Frau Familienministerin Karmasin, welche Forderungen gibt es von Ihnen, diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen, z. B. die 1994 abgeschaffte Vermögenssteuer wieder einzuführen usw.? Das wäre doch fair, oder?

Hans Riedler,

Hofmannstrasse,
Linz

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