Kiesabbauprojekt Enge/Kanisfluh

Leserbriefe / 17.03.2017 • 18:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Für einen naturverbundenen Vorarlberger, gebürtigen Mellauer und Besitzer eines Engevorsäßes ist es nicht fassbar, dass ein Kiesabbauprojekt dieser Art auch nur angedacht wird. Unter den von den Gemeinden Schnepfau und Mellau vorgebrachten Bedenken seien folgende hervorgehoben: Es wird das nach Schönenbach schönste, ursprüngliche Vorsäßen­semble zerstört. Das Naherholungsgebiet zweier Dörfer, der zentrale Teil des Radwanderweges Hinterwald und der Langlaufloipe werden für eine Generation vernichtet. Einem der schönsten Berge des Alpenraumes, der mystischen Kanisfluh, wird eine unheilbare Basiswunde zugefügt. Der Angriff richtet sich gegen Vorsäßkultur, heile Landschaft, Tourismus und Lebensqualität unserer Bregenzerwälder Landsleute, die über die Monströsität gar nicht informiert sind. Widerstand bedeutet keine Wirtschafts- oder Industrie­feindlichkeit. Neben der Kieswirtschaft gibt es eine Agrar-, Wald-, Jagd-, Freizeit- und Tourismuswirtschaft, deren Interesse viel mehr Menschen betrifft. Zudem ­toleriert Schnepfau jetzt schon zwei Steinbruchbetriebe, hat Mellau über Jahrzehnte Kies für das ganze Land geliefert und werden im Projektgebiet bereits zwei kleinere Abbaubetriebe toleriert. Die Argumente der Betreiber können nicht überzeugen: Weder ist im Hochland des Holzbaus der Betonnotstand ausgebrochen noch sind 7000 Kiesfahrten in 30 Jahren zu 200 pro Tag verhältnismäßig. Wenn die entscheidenden Behörden Landschafts- und Menschenschutz ernst nehmen, kann es nur eine Antwort geben: Die rote Karte bereits im Vorfeld.

Dr. Reinhard Haller,
Letzestraße, Feldkirch