Ranking vs. „gutes Leben für alle“

Leserbriefe / 26.03.2017 • 19:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Glaube keiner Statistik (Ranking), die du nicht selbst gefälscht hast!“, lautet eine alte Weisheit. Ich will damit nicht behaupten, dass die Rankings von der EU oder von Helmut Kramer gefälscht sind. Nein, sie gingen nur von einer anderen Gewichtung der Indikatoren aus. Die Indikatoren und deren Gewichtung sind Interessenspolitik, darum die unterschiedlichen Ergebnisse. Ob wir nun Platz 98 von 236 oder aber Platz 12 von 193 erreichen, die Profiteure dieser „Leistung“ sind nicht zufrieden, weil es nicht Platz eins ist. Genauso unzufrieden sind die Nichtprofiteure, die sich fragen, was haben wir davon, wenn sich unsere Lebenssituation nicht verbessert und der Wohnraum geradezu unbezahlbar wird. Unser Landeshauptmann lässt sich von solchen Zahlenspielereien nicht beeinflussen und bleibt der Wachstumsillusion treu: „Beschäftigung, Investitionen in Bildung und Forschung sowie Ankurbelung des privaten Konsums.“ Wir sollten uns bewusst sein, dass es ewiges Wachstum ohne Opfer und Krisen nicht geben wird und eine Verkonsumierung unserer Gesellschaft nicht wünschenswert und enkeltauglich sein kann. Glaubt den Marketingprofis der Wachstumsfetischisten nicht jeden Werbeslogan! Überlegt euch selbst, wie für euch ein „gutes Leben für alle“ aussehen könnte und beginnt, eure Zukunft selbst zu gestalten!

Erich Zucalli,
Im Äuele,
Dornbirn