Indizien oder

05.04.2017 • 17:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Glaubenssache

Zum Leserbrief „Jesus verheiratet?“ von Dr. Gernot Zum­tobel, VN vom 31. März:

In Ihrem Leserbrief unterstellen Sie mir, Herr Dr. Zumtobel, eine „unbewiesene Behauptung“. Ich möchte klarstellen, dass ich in meinem Leserbrief vom 29. März auf „frühchristliche Texte“ verwies, nach denen Jesus wie etliche seiner Apostel verheiratet gewesen seien. Hier meine Hauptquelle: Das „Evangelium nach Philippos“, einer Spruchsammlung aus dem 2. bis 4. Jhdt., welches 1945/46 als originales Papyrus in einem Tonkrug bei einem mittelägyptischen Lehmdorf namens Nag Hammadi mit insgesamt 13 Büchern von Bauern gefunden wurde – eine Sensation: 53 antike Originalwerke. Vers 32: „Drei gingen jederzeit mit dem Herrn: Seine Mutter Maria und ihre Schwester und Magdalena, die man „seine Gefährtin“ nennt“. Dann Vers 55: „Der Retter liebte aber Maria Magdalena mehr als alle Schüler. Und er küsste sie oft auf ihren Mund. Da waren die übrigen Schüler auf sie eifersüchtig. Sie fragten ihn deshalb: Warum liebst du sie mehr als uns alle?“ Jesus antwortete mit einem Gleichnis. Der Ausdruck „Gefährtin“ ist anerkannt als „Gemahlin“ zu übersetzen. Auf die Anwesenheit Maria Magdalenas unter dem Kreuz, und dass ihr Jesus, der Auferstandene, als erste Person begegnete, habe ich schon hingewiesen. Alles „Indizien“ oder letztlich Glaubenssache? Das im 12. Jhdt. eingeführte Zwangszölibat kann jedoch mit einer Ehelosigkeit Jesu theologisch keinesfalls untermauert werden.

Dr. Dietmar Loy,

Linzenberg,

Schwarzach