Frage zu Clusterschulen: Leuchtturm oder Notlicht?

06.04.2017 • 17:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Schulautonomiepaket liegt nun zur Begutachtung im Nationalrat vor. Ich möchte auf einen wesentlichen Punkt eingehen: die hochgepriesenen Clusterschulen. Was würde die Implementierung (auch zwangsweise – wie im Entwurf möglich) für die meisten Pflichtschulstandorte in Vorarlberg aber denn nun in der Realität bedeuten? Die De-facto-Abschaffung eines Großteils der Direktor(inn)en. Laut vorliegendem Gesetzesentwurf würde es nicht einmal für ein paar Stunden in der Woche einen Bereichsleiter am Großteil aller Schulen (alle, die kleiner als 200 Schüler sind) mehr geben. Welche Folgen hätte das? Dazu stellen sich mir einige Fragen: Wer ist dann der Ansprechpartner für die Eltern vor Ort, das „Gesicht“ der Schule? (Tagesgeschäft, Elternabende, Beratung, Schulreifetestungen. . .). Wer erstellt die Stundenpläne, Supplierpläne, trifft die Entscheidungen, welche tagtäglich zu treffen sind? Wer macht die Personalführung (Unterrichtsbesuche, Qualitätsmanagement, Team Building), Standortkonzept­entwicklung, Budgetplanung, allfällige Sanierungsplanung vor Ort? Wer traut sich als Clusterleiter mehrerer Schulen zu, die nötige Erfahrung für unterschiedliche Schulsysteme (NMS/VS/ASO ) mitzubringen, um fundierte Entscheidungen für verschiedene Standorte und ev. auch verschiedene Schularten zu fällen, sowie alle Elternbedürfnisse abdecken zu können? Weder Leuchtturmschulen noch „Autonomiebotschafter“ werden uns diese Fragen befriedigend beantworten können. Ich hoffe sehr, dass zumindest der Passus der „Zwangsclusterung“ aus dem Gesetzesentwurf herausgenommen wird.

Dir. Bernd Dragosits,

Volksschule Wolfurt,
Montfortstraße,
Wolfurt