Durch Fels und Morast

07.04.2017 • 17:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Blick auf die Vorarlberger Landkarte genügt doch: Ein Schelm, der auf die Idee käme, durch die Felsen in Feldkirch und durch den Morast der Lustenauer Riedlandschaften die hochrangigsten Autobahnübergänge in die Schweiz zu planen. Die 250 bis 300 Millionen teure Tunnelspinne in Feldkirch-Felsenau und die 900 Millionen bis 1,2 Milliarden teuren Ried-Dränage-Röhren durch das Ried verhängen zäh in den Verfahren. Die Feldkircher Tunnelspinne kann, so wie sie geplant ist, das Schwerverkehrsproblem nicht lösen. Seit September 2014, noch vor den Landtagswahlen, ist dieses Faktum der Landesregierung bekannt. In einem Gutachten wurde festgestellt, dass es jeden zweiten Tag zu Stauerscheinungen im Tunnelsystem an der Grenze kommen würde. Wieso dennoch ein positiver Bescheid erlassen wurde? Auch darüber streiten nun Juristen. In der kuriosen Bescheid-Auflage steht, dass das Schwerverkehrsproblem gelöst werden müsse, bevor man das Tunnelsystem freigeben könne. Bis heute keine Lösung. Ähnlich, aber anders gelagert, die Probleme im Unterland. Die Kosten sind so unabsehbar wie die bautechnischen und verfahrensrechtlichen Risiken. Wer glaubt, dass 40 bis 60 Meter breite tiefe Dränagen in die Riedlandschaft keine enormen Verfahrensrisiken beinhalten, kennt die Materie nicht oder will die enormen Probleme verdrängen. Was, wenn eine Tunnelröhre absäuft? Setzungsverbot? Die bessere Alternative heißt Diepoldsau–Hohenems.

Andreas Postner,

Köhlerstraße, Rankweil