Und schon wieder TBC

Leserbriefe / 11.04.2017 • 17:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Appell an die Jägerschaft“ von Josef Bolter, VN vom 10. April:

Herr Bolter meint, in Sachen TBC wieder einmal der Jägerschaft die Leviten lesen zu müssen und unterstellt den Funktionären der Bregenzer Jäger sogleich mangelndes Problembewusstsein und persönliches Profilierungsbestreben. Abgesehen davon, dass es absurd ist, ein Ehrenamt, welches mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden ist, als Spielwiese für Profilierung wahrzunehmen, scheinen die vorgebrachten Ansichten wenig über das bekannte Muster „Haltet den Dieb“ hinauszugehen. Fakt ist, dass wegen 14 TBC-Verdachtsfällen bei Rindern die Tötung von über 1000 Stück Rotwild angeordnet wurde. Eine aktuelle britische Studie legt aber nahe, dass Wild bei der Übertragung von TBC in Rinderbetrieben eine deutlich geringere Rolle spielt als bisher vermutet. Vielmehr scheint die Infektionskette zwischen den Rinderbeständen durch unkontrollierten Viehverkehr und über Gülle zu laufen. Wie zum Beweis dieser Forschungsergebnisse wurden alle im Bezirk Bregenz im letzten Jahr festgestellten TBC-Fälle bei Rindern nachweislich über mangelhaft kontrollierten Viehverkehr aus Problemgebieten importiert. Auch der Anstieg der Prävalenz beim Rotwild auf 23 Prozent in Bartholomäberg in zeitlichem Zusammenhang mit dem Auftreten von offener TBC in Viehbetrieben untermauert die Gefahr der wechselseitigen Ansteckung durch das Ausbringen von Gülle (insbesondere auf den Alpen) aus infizierten Beständen. Die Jäger haben härteste Vorgaben erfüllt. Jetzt gilt es, die Landwirtschaft in die Pflicht zu nehmen.

Dr. Georg Rüscher,

Belruptstraße, Bregenz