Verkehrseldorado oder Übungsplatz?

11.04.2017 • 17:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Spannende Erlebnisse bei meinen mehrmals die Woche abends zu Fuß zwischen Bludenz-Ost und Nüziders stattfindenden Spaziergängen. Was man da alles erleben kann, gleicht einem Verkehrsübungsplatz. Was mir dabei immer wieder auffällt: Es ist immer dieselbe Klientel, meist schwarze, nicht kleine Limousinen mit einheimischem Kennzeichen. Also sind sich diese sicher, dass der Verkehr nicht überwacht wird. Zudem wirken Jeller-, Schmitten- und Rungelinerstraße mit der neuen Vorrangregelung so richtig einladend für Rowdys, welche in Schulpausen und an Abenden nach einbrechender Dunkelheit ihr Können zeigen. Wen wundert’s, denn während andere Gemeinden bestrebt sind, den Verkehr zu beruhigen, beweist Bludenz das Gegenteil. Hier wird die Rechtsregel, welche bekanntlich ohne Kosten und Aufwand den Verkehr beruhigt, durch Vorrangregeln ersetzt. Es dürfte den zuständigen Verkehrspolitikern entgangen sein, dass damit nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch der Lärmpegel erhöht wird. Dass gleichzeitig Verkehrssicherheit und Wohnkomfort verringert werden, interessiert die Verkehrspolitiker wenig. Und das im Bereich von Schulen und Kindergarten! Die Begründung des zuständigen Verkehrsstadtrates ist sein Ziel, flächendeckend einheitliche Straßenregeln umzusetzen. Rechtsregel und Vorrangregel in ein und derselben Gemeinde sollen nicht tragbar sein? Weshalb nicht andersrum, zur einheitlichen Rechtsregel? Diese Frage bleibt offen.

WErner Nessler,
gilmstrasse, bludenz