Türkei-Wahlkampf in Grundschulen

12.04.2017 • 16:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Den VN vom 8./9. April ist zu entnehmen, dass in einer von den VN in Vorarlberg verteilten Kinderzeitung für Volksschüler der dritten und vierten Klassen das derzeitige Verfassungsreferendum in der Türkei thematisiert und heftige Kritik an Erdogan geübt worden ist, was von Chefredakteur Riedmann in seinem Kommentar „Erdogan in der Volksschule“ unter Berufung auf Meinungs- und Pressefreiheit damit begründet wird, dass solche Fragen an österreichischen Schulen „offen, unbeeinflusst und ohne politische Interessen“ diskutiert werden können müssen. Wie neun- und zehnjährige Volksschüler solche Fragen „unbeeinflusst“ diskutieren sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Viele Österreicherinnen und Österreicher regen sich zurecht auf, dass der türkische Abstimmungskampf in unser Land hereingetragen wird. Mit Billigung der Schullandesrätin Mennel sowie der Landespflichtschulinspektorin Engstler, die ihre Verantwortung auf die VN abschieben, wird nun dieser Wahlkampf sogar in unsere Grundschulen hereingetragen. Man kann sich vorstellen, wie sachlich und fundiert unsere türkischen und nicht türkischen Volksschüler diesen Zeitungsartikel diskutieren werden. So wird Integration sicher nicht funktionieren.

Dr. Jörg Frey,

Rosa-Michl-Weg,

Feldkirch