Osterbotschaft versus Krieg

13.04.2017 • 17:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die frohen Osterbotschaften der Kirchen sind in Zeiten der Bürgerkriege in Syrien und der Ukraine, des Befreiungskampfes von Mosul, der Flüchtlingsströme und des Terrorismus’ schwer nachvollziehbar. Wenn man das Leid der betroffenen Menschen sieht, wird es für die Kirchen immer schwieriger, ihren gerechten und gütigen Gott zu vermitteln. Mit frohen Botschaften und frommen Predigen von Glauben und Hoffnung kann man den betroffenen Menschen nicht helfen und wird auch die Trumps, Putins, Assads usw. nicht zu einer gemeinsamen, humanen Vorgangsweise bewegen können. Die angeblich von Gott ernannten Obrigkeiten einiger Glaubensgemeinschaften und die politisch Herrschenden, die ihre Gesinnung immer wieder als die einzig wahre vermitteln und teilweise die Andersdenkenden zu Feinden degradieren, sollten längst in die Verantwortung genommen werden. In Syrien und Irak sieht man jetzt das Ergebnis dieser verfehlten Denkweisen. Die Schiiten und Sunniten führen in Syrien und Irak den Stellvertreterkrieg für Iran gegen Saudi-Arabien, und die Aktivitäten der USA und Russland entwickeln sich auch in diese Richtung, wobei die EU wie üblich keine eigene Meinung zu diesem Dilemma hat. Vielleicht ist Ostern, bei dem die Christen das Leiden Christi zelebrieren, der richtige Zeitpunkt, die Osterbotschaften den aktuell Leidenden zu widmen und damit ein dementsprechendes, hörbares Zeichen zu setzen.

Alfred Fuchs,
Forachstraße, Dornbirn