Vorwurf der Mautschizophrenie

13.04.2017 • 17:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Herr Dobrindt wirft den Österreichern zurecht Mautschizophrenie vor. Jahrelang ist man gratis auf den Autobahnen der Deutschen gefahren, während sie bei uns bezahlt haben. Wenn sie von den Österreichern nun auch einen Beitrag verlangen, ist dies nur gerecht. Jede weitere Diskussion darüber erübrigt sich und gehört jedenfalls nicht vor europäische Gerichte, wie Österreichs Verkehrsminister meint, sondern eher in eine Kolumne des Prof. Haller über den verkehrt proportionalen Zusammenhang von Futterneid und Vernunft bzw Gerechtigkeitssinn. Was allerdings in der Mautdiskussion sehr wohl einmal angesprochen werden sollte, ist die Tatsache, dass die Deutschen in Österreich derzeit gleich zweimal abgezockt werden: Man kann die Kosten für Autobahnen über eine Maut oder – intelligenter – über eine höhere Mineralölsteuer eintreiben. Die Deutschen haben den intelligenteren Weg gewählt. Dementsprechend ist bei ihnen auch der Benzinpreis höher, was zu einem regen Tanktourismus in Österreich führt. So tragen die Deutschen gleich zweimal zum Erhalt unserer Infrastruktur bei – über die Maut und die Mineralölsteuermillionen. Man kann froh sein, dass die Deutschen nun die zusätzlichen Einnahmen aus der geplanten Maut nicht über den Benzinpreis ausgleichen. Das Preisniveau könnte schnell einmal auf österreichisches – oder gar darunter – absinken. Dann würden Österreich bald ein paar weitere Millionen entgehen.

Werner Sandholzer,

Littastraße,

Götzis