Pensionssplitting ist dumm

14.04.2017 • 16:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Ausgangsidee war klug. Der Politik war es plötzlich ein Anliegen, Frauen, die viele ihrer besten Jahre Kinder erzogen und den Haushalt geführt hatten, pensionsrechtlich zu versorgen. Da der Staat aber für diese Frauen kein Geld ausgeben wollte, obwohl sie ja nur die wertvollste, ehrenamtliche Vollzeitarbeit geleistet hatten, kam irgendwer auf die schwachsinnige Idee des Pensionssplittings. Heißt im Klartext: Die Männer sollen per Gesetz verpflichtet werden, ihren Pensionsanspruch zur Hälfte an ihre Frauen abzutreten. Echt toll, Abhängigkeit pur! Frauen müssen also erst geheiratet werden, um auch ein bisschen ­Pension zu bekommen, wenn sie ihre Kinder selber betreuen möchten und sie nicht in Kindertagesstätten unterbringen wollen, um Karriere und Pension hinterherzuhecheln. Die Männer sind auch nicht alle blöd, viele werden nicht mehr heiraten. Zudem landen im Alter dann nicht mehr nur die Frauen in der Armutsfalle, sondern ihre Männer gleich mit. Dumm gelaufen! Die bessere Lösung ist einfach: Mütter müssen endlich denselben Berufsstatus erhalten, wie Tagesmütter. Und Frauen, die den Beruf Mutter ausüben, sollen vom Staat dafür bevorzugt pensionsabgesichert werden, weil sie die Steuerzahler von morgen zur Welt bringen und aufziehen. Der Geburten­rückgang könnte damit vielleicht auch etwas eingebremst werden. Wäre doch gut und wichtig, oder?

Emma Fechtig,

Schachen, Lingenau