Rufs Kommentar sei Dank

14.04.2017 • 16:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Frau Amanda Rufs Kommentar in den VN vom 10. April ließ mein Herz, das eines alten Rechtschreibreformers, aus Freude höherschlagen. Überzeugend ist die Darlegung ihrer Gründe, warum sie die Kleinschreibung bevorzugt, und herzerfrischend und mutig ihre Offenheit, vielleicht gar zu bequem zu sein, sich mit den Wirren der Orthografie auseinander­setzen zu müssen. Ihr wichtigster Satz scheint mir folgender zu sein: „das verwenden der kleinschreibung ist meine stilistische aufforderung an uns alle, an diesen sprachlich gesetzten gewissheiten zu rütteln.“ Und wie sehr hat sich die „Österreichische Gesellschaft für Sprache und Schreibung“ seit dem Gründungsjahr 1955 in Zusammenarbeit mit den Rechtschreibkommissionen Deutschlands und der Schweiz bemüht, ein System in die bereits wild gewucherten Regeln der Laut-Buchstaben-Zuordnung, der Getrennt- und Zusammenschreibung sowie der Groß- und Kleinschreibung zu bringen. Gescheitert ist die Einführung der gemäßigten Kleinschreibung (Großschreibung der Satzanfänge und der Eigennamen) an den deutschen Kulturministern. Doch geschehen immer wieder Impulse. 1876: Otto Bismarck lud zur „1. Orthografischen Konferenz nach Berlin“, Duden 1901 zur „2. Orth. Konferenz“, 1994 folgten die „3. Wiener Gespräche“. Einmal wird die unnütze Besonderheit der Großschreibung – einmalig unter allen Sprachen der Welt – ad acta gelegt sein. Amanda Rufs Kommentar sei Dank!

Alois Schwienbacher,

Kopfstraße, Altach