Schruns wird zur Großbaustelle

17.04.2017 • 16:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vielen heimatverbundenen Schrunsern blutet das Herz angesichts dieser brutalen Zerstörung des dörflichen Erscheinungsbildes. Weitere neun Bauprojekte mitten im Zentrum sollen folgen. Die Politik schaut tatenlos zu. Neuester Politstreich ist der scheinbar großartige Deal mit dem Löwen-Hotel. Was, wie und ob überhaupt gebaut wird, weiß man bisher nicht. Viele Zusagen aus dem Jahr 2012 sind noch offen. Laut dem Löwen-Hotel selbst kann es all seine Projekte auf eigenem Areal realisieren und ist beim Haus des Gastes nur am Grundstück interessiert. Dafür wurden 2016 gerade mal 600.000 Euro abzüglich Abrisskosten geboten. In einer Zeit, in der die Grundstückpreise in die Höhe schnellen, wertvollstes Eigentum der Gemeinde ohne tatsächliche Begründung und unter dem Wert an ein milliardenschweres Großunternehmen zu verscherbeln, verstehe ich nicht. Beschämend, wie das vor 42 Jahren mühsam erbaute, tausendfach bewährte, nach wie vor voll genutzte Haus des Gastes, statt es als Wert zu erhalten, mit bewusst manipulierten Informationen schlecht gemacht wird. Man lukriert jahrzehntelang großen Nutzen, löst bis 2021 geltende Pachtverträge vorzeitig auf, verschleudert Unsummen in eine seit 35 Jahren desolate Elektrospeicherheizung, investiert wissentlich nichts und wundert sich dann über längst fälligen Sanierungsbedarf. Kein eige­nes Tourismusbüro, keine Blumenbeete am Kirchplatz, kein Musikpavillon, kein Saal, aber voraussichtlich eine Gästetaxeerhöhung 2018.

Christoph Bitschnau,
Montjolastraße, Schruns