Israel ist nicht Südafrika

20.04.2017 • 16:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Besatzung Israels im Westjordanland wird häufig mit dem südafrikanischen Apartheidstaat verglichen. Nkululeko Nkosi wurde 1994 in Johannesburg geboren. Er war der erste nichtweiße Absolvent der Wits-Universität in Johannesburg. Er sagt: „Für unsere Eltern und Großeltern waren die Jahre der Apartheid ein tiefes persönliches Trauma. Selbst wir, die Generation nach der Apartheid, spüren das Rassismus-Erbe bis heute.“ Die jetzige südafrikanische Regierungspartei, der „Afrikanische Nationalkongress“ (ANC), vergleicht Israel häufig mit dem südafrikanischen Apartheidstaat. Herr Nkosi konnte kürzlich Israel besuchen. Er erklärte nach diesem Besuch, im Gegensatz zur Apartheidregierung in Südafrika gebe es vonseiten der israelischen Regierung keine Bestrebungen, bestimmte Bevölkerungsteile abzusondern. In Gesprächen mit Arabern und Juden spürte er deren brennendes Verlangen zum Zusammenleben miteinander in harmonischer Nachbarschaft. Er sagte: „Stehlt nicht das Wort Apartheid!“ Die Anwendung dieses Begriffes auf Israel verniedliche das Apartheidverbrechen in Südafrika. Die Herausforderung von Israel und Palästina ist, dass sich jeweils ein Volk vom anderen diskriminiert fühlt. Doch diese Problematik ist nicht vergleichbar mit der in Südafrika, die auf der weißen Überlegenheit beruhte und bis heute spürbar ist. Diese klare Stellungnahme hat Herrn Nkosi seinen erhofften Arbeitsplatz im ANC-Büro gekostet. Er hat damit seine Parteikarriere in dieser Partei verscherzt.

Dr. Wolfgang Hämmerle,

Mühlefeldstrasse, Lustenau