Das Geschäft mit dem Ökostrom

21.04.2017 • 16:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Ökostromeuphorie der Stromlieferanten überfordert die umweltbewussten Vorarlberger. Die meisten Konsumenten wissen nicht, dass Ökostrom und Atomstrom physikalisch sich nicht unterscheiden lassen. Alle Verbraucher bekommen den gleichen Strom-Mix geliefert. Den Unterschied sieht man nur auf der Rechnung. Eine Versorgung der Kunden nur mit Ökostrom, wie die VKW verspricht, ist technisch unmöglich, weil keine Verteilernetze für Ökostrom in Vorarlberg existieren und keine reine Ökostrommenge ausreichend vorhanden ist. Ein großer Teil des Ökostroms der Illwerke wird exportiert. Im Gegenzug importiert Vorarlberg billigen fossilen (Kohle, Erdgas, Erdöl) und nuklearen Strom. Diesen Strom darf der Stromversorger mit billigen RECS-Zertifikaten eines Ökostromproduzenten in Europa auf dem Papier veredeln, als Ökostrom vermarkten und mehr Geld verlangen. Diese Ökostromangebote bewirken keinen zusätzlichen ökologischen Nutzen und sollten abgeschafft werden. Eine Zugabe von 0,7 Cent/Kwh wird von der VKW extra verlangt für den Ökostrom aus Photovoltaik Anlagen, die sie unterstützt, weil diese Anlagen unrentabel arbeiten. Denn Photovoltaik braucht viel Sonne und Speicherkapazitäten über das ganze Jahr, damit sie rentabel ist. Und über diese verfügt Vorarlberg nicht.

Nirgendwo ist der Strom aus einem öffentlichen Versorgungsnetz so teuer, als aus einer Photovoltaik Anlage in Vorarlberg. Besser wäre das Geld in Kleinwasserkraftwerke zu investieren, bei welchen die Voraussetzungen in Vorarlberg stimmen.

DI Basil Charalambous,

Blütenweg, Feldkirch