Frühling

24.04.2017 • 18:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die innere Uhr tickt, wenn es Frühling wird. Wenn der Löwenzahn auf den Weideflächen mit den goldgelben Blumen übersät ist, die Bienen den Nektar einsammeln und die Kühe nach sechsmonatiger Stallung endlich wieder hinaus auf die Weide können. Sie lassen ihrem Bewegungsdrang freien Lauf. Ich muss immer wieder staunen, dass den Kühen die Umstellung vom Heu zum Gras nichts ausmacht und dass die Heumilch gleich gut schmeckt wie die „Grasmilch“, auch dass es auf dem hochtechnisierten Bauernhof noch keine Maschine gibt, die Heu und Gras gleich zu Milch verarbeitet. Es wird dafür immer noch die Kuh gebraucht.

Ich hoffe, dass es immer so bleibt. Nach ca. sechswöchiger Weide auf dem Heimgut geht es mit der Herde für drei Wochen in das Vorsäß, dem zweiten Frühling entgegen, und anschließend mit den Kühen auf die Niederalpe und mit dem Galtrich auf die Hochalpe, dem dritten Frühling entgegen. Das Bestoßen der Alpen im Frühjahr geht ruhiger vor sich als die Heimkehr und Viehscheid im Herbst. Die Bauern sind mit ihren Viehbeständen der Garant dafür, dass wir ein gepflegtes Kulturland haben. Der Tourismus wäre ohne die Arbeit der Bauern nicht möglich.

Hugo Mayer,

Mühle, Egg