Zukunft der

01.06.2016 • 16:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Alpwirtschaft?

Laut dem Geschäftsführer des Alpwirtschaftsvereins gehen einige Älpler von einem Minusgeschäft für den heurigen Alpsommer aus. Vor diesem Hintergrund ist es nochmals interessanter, dass die Alpe Weissenbach, ein Präzedenzfall im Streit um die Aufrüstung der Alpen mit anschließender Verpachtung, heuer der „Kraftfutter-Heumilch-in-allen-Höhenlagen-Fraktion“ zugefallen ist. Jahrelang wurde bei der zuständigen Agrarbezirksbehörde und verschiedenen politischen Stellen versucht, die besondere wirtschaftliche Situation auf einer Pachtalpe zu erklären, insbesondere vor dem Hintergrund einer naturnahen Bewirtschaftung – es war vergeblich. Der neue Pächter wird nun nochmals rund ein Drittel mehr Milch, als auf anderen intensiv genutzten Alpen produzieren müssen. Die Zeche dafür haben die bisher von den Errungenschaften der modernen Landwirtschaft verschonte Alpvegetation und die Nutztiere zu zahlen. Traurig, dass im „Ökoland Vorarlberg“ die kostengünstigere gemeinsame Bewirtschaftung keine Alternative zur Verpachtung darstellen darf. Hat das vielleicht mit den vielen neuen, mit viel Fördergeld errichteten Alp­hütten und Lkw-tauglichen Zufahrten zu tun? Werden die noblen Unterkünfte für die Älpler-Familien zu goldigen Käfigen, die den wirtschaftlichen Druck ins Unermessliche steigern? Oder waren die Investitionen auf den Alpen grundsätzlich vielmehr als Wirtschaftsförderung für lokale Betriebe, für den Tourismus und die Jagd konzipiert – und der langfristige Wert für die Alpwirtschaft wurde, wenn überhaupt, dann nachrangig betrachtet?

Elisabeth Feuerstein,

Zanzenberg 9, Dornbirn