Gefährlicher ­Feinstaub

Leserbriefe / 05.06.2017 • 18:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Autoproduktion, Betrieb und Verschrottung sind keines­falls umweltförderlich. Dieselfahrzeuge, lange Jahre als wenig problematisch und effizient gepriesen, werden zurzeit verteufelt. Wenig bekannt scheint, dass der Hauptanteil der Feinstaubbelastung nicht von den Autos kommt, sondern der auf Fahrzeuge entfallende Anteil zur Hälfte durch Reifen- und Bremsabrieb, Streukies u. a. stammt. Bei Feinstaubmessungen finden die leichtesten Ultrafeinstaubteilchen, welche für uns Menschen am schädlichsten bzw. gefähr­lichsten sind, wenig Beachtung, obwohl sie über die Lunge in den Blutkreislauf und die Organe gelangen können. Feinstaubmessungen erfolgen per Mikrogramm je Kubikmeter, also per Gewicht. Dass, genauer betrachtet, benzinbetriebene Fahrzeuge und deren feinere und somit leichtere Feinstaubpartikel für den Menschen vermutlich sogar gefährlicher sind, scheint dabei niemanden zu interessieren. Zudem dürfen ja wir alle die Umrüstung eines großen Teils des dieselbetriebenen Transportwesens mit höheren Endverbraucherpreisen und vermutlich global bescheidenem Erfolg bezahlen. Kaum bekannt dürfte auch sein, dass meines Wissens das hinsichtlich Elektromobilität gepriesene Vorbild Norwegen die für den Nahbereich forcierten Elektroautos samt erforderlicher Infrastruktur vor allem mit den Verkaufs­erlösen von Erdöl ans Ausland äußerst großzügig subventioniert – also nicht primär mit erhöhten Steuer- oder Abgabeneinnahmen – und so diesen Umstieg ohne größere Belastung für die Bevölkerung mehr als attraktiv macht bzw. gestalten kann. Kann das Österreich auch?

Kurt Höfferer,
Heribrandstrasse, Hörbranz