Wirtschafts­verbrecher und Bankräuber

Leserbriefe / 12.06.2017 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es ist sehr interessant, was in Banken so alles nicht auffällt. Wenn ein sozial Schwacher auch nur drei Euro zu wenig hat, um seine Stromrechnung zu bezahlen, fällt das schon auf. Und auch wenn die Bankangestellte genau weiß, dass dein Geld am Folgetag verlässlich kommen wird, muss die Einzahlung trotzdem zurückgehalten werden. Den Armen werden dann auch noch unverhält­nismäßig hohe Spesen aufgebrummt. Mir wird schlecht, wenn ich da an die Chefetagen der Banken denke, die auch noch dann straffrei ausgehen, wenn sie Milliarden in den Sand setzen. Und dann diese Raumpflegerin, die es bis an den Geldschalter geschafft hat – eine etwas seltsam anmutende Karriere, wenn ich den Bericht in vol.at richtig verstanden habe. Aber sich dann als Bankangestellte 200.000 Euro einfach unter den Nagel zu reißen, um irgendwann einmal zufällig erwischt zu werden und so gut wie straffrei davon zu kommen, mag zwar gerecht gegenüber den kapitalen Wirtschaftsverbrechern und deren obligat mitprofitierenden Politikern sein, die gar nicht erst angezeigt werden, aber – so denke ich – ziemlich ungerecht gegenüber allen bis dato gescheiterten Bankräubern mit Spritzpistole.

Thomas Amann,
Wellenau,

Bregenz