Gebet und Flehen wurden erhört

Leserbriefe / 13.06.2017 • 19:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Herr Kommerzialrat Herbert Knapp zeigt in seinem Leserbrief vom 10./11. Juni die Geschichte der Entwicklung und der Entscheidung für die Neutralität Österreichs auf. Allerdings muss im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag auch auf ein anderes Faktum verwiesen werden. Denn kein anderes Land wurde von den Kommunisten freigegeben außer Österreich. Und dieses Faktum für die Freiheit Österreichs war das Gebet des Rosenkranzes. 1947 hatte Pater Petrus Pavlicek das gemeinsame Rosenkranzgebet für die Freiheit Österreichs angeregt. Ihm hatten sich auch Außenminister Lepold Figl und Bundeskanzler Julius Raab angeschlossen. Anlässlich der Dankesfeier des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges am 10. September 1955 erklärte Minister Figl: „Ich habe damals die Einladung gerne angenommen. Durch acht Jahre haben wir den schmerzhaften Rosenkranz gebetet und gefleht, der Himmel möge uns voll und ganz unsere Freiheit und Unabhängigkeit (nach 354 Verhandlungen!) wiedergeben. Unser Gebet wurde erhört. Heute können wir frohen Herzens den glorreichen Rosenkranz beten, dem Himmel Dank sagen, dass unser Flehen erhört wurde und dass wir wieder das sein können, was wir waren: ein freies Volk.“ Könnten das Rosenkranzgebet und die Besinnung der Österreicher auf den friedensstiftenden Charakter der Neutralität nicht einen wesentlichen Beitrag in einer zerrissenen Welt, etwa im Nahen Osten oder in der Ukraine, darstellen?

P. Bernhard Kaufmann,

Jennen, Dornbirn