Gezerre ums Autonomiepaket

Leserbriefe / 14.06.2017 • 19:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 19. Mai 2017.
VN-Bericht vom 19. Mai 2017.

Gemeinwohl oder ideologische Interessen? Unweigerlich drängt sich diese Frage bei dem Gezerre um das Autonomiepaket auf. Es ist unerträglich, wie um die Zustimmung für diesen Gesetzesentwurf gekämpft wird, der medial als „dringende Bildungsreform“ angepriesen wird, obwohl er keine wesentlichen pädagogischen Verbesserungen mit sich bringt. Ein Entgegenkommen der einen Seite wird von der anderen Seite als „Trickserei“ (NR Harald Walser, Ö1-Morgenjournal) abgetan. Spricht man von „Trickserei“, weil im Entwurf Betroffene im Zusammenhang mit der Einführung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen noch eine Wahlmöglichkeit hätten und somit die flächendeckende Einführung der Gesamtschule in Vorarlberg schwieriger wäre? Ein Gesamtschulmodell, zu dem es noch kein pädagogisches Konzept gibt. Eine Modellregion Vorarlberg, zu der sich BM Harald Mahrer im VN Interview vom 19. Mai 2017 berechtigterweise die Frage stellt, ob es noch ein Modell ist, wenn man es nicht mit dem Istzustand vergleichen kann. Und wie schaut es eigentlich mit der Finanzierung von Modellregionen aus? Dass es ohne Differenzierung nicht gehen wird, darüber ist man sich einig. Aber woher kommt das Geld? Von einem Bildungsministerium, das jedes Jahr Finanzierungslücken in Millionenhöhe hat? Kann es wirklich im Sinne des Gemeinwohls sein, dass parteipolitisches Taktieren wichtiger ist als problemlösungsorientierte Politik?

Mag. Michaela Germann,

Vorsitzende ÖPU-Vorarlberg,

Kapellenstraße,

Lauterach