Intakter Wald

Leserbriefe / 16.06.2017 • 17:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

ist lebendig und beseelt

Ein schöner Slogan für die Woche des Waldes und Frau Ulrike Schmid hat das in ihrem Leserbrief gut zum Ausdruck gebracht. Man kann darunter sehr vieles und nichts verstehen. Ein Wald, der schon in jugendlichem Alter, wenn man es in Relation zu einem Menschenleben sieht, geschlagen wird, kann nur wenigen Arten eine Heimat bieten. Trotzdem werden Forstleute nicht müde, gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass man den Wald verjüngen müsse, sonst könne er seine (Schutz-)Funktion nicht mehr ausüben, sieche dahin und breche schließlich an Altersschwäche zusammen. Das ist ein grässliches Schauermärchen, denn ein Wald ist kein singuläres Wesen, das man so linear und einfältig durch die Nutzerbrille betrachten kann. Ein intakter Wald besteht aus allen Altersstufen, vom Keimling bis zum Methusalem. Ökologisch wertvoll für eine große Vielfalt an Wildtieren und Pflanzen wird er erst, wenn er auch alte Bäume und jenen Anteil an Totholz enthält, der vom natürlichen Kreislauf bestimmt ist. So ein Wald ist lebendig, beseelt und ununterbrochen vital. Er verträgt auch ein bestimmtes Maß an Nutzung, aber muss wirklich jedes noch nicht erschlossene, in diesem Sinn wertvolle Waldstück dem Mammon geopfert werden? Es wäre schön, wenn kommende Generationen auch noch das Glück einer Waldheimat erleben könnten.

Franz Ströhle,

Am Kehlerpark, Dornbirn