Hilfsbedürftige
fördern statt ­bestrafen

Leserbriefe / 22.06.2017 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Eine Lücke bleibt auch in der Balkan­route offen“, vom 27. Juni:

Für Außenminister Sebas-tian­ Kurz gibt es keine Alternative zur Schließung der Mittelmeerroute, um den Andrang aus Afrika zu bremsen. Ist das tatsächlich die einzige Möglichkeit? Österreich erinnert sich in diesen Tagen der US-Hilfe für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, „70 Jahre Marshall-Plan“ – ein vor allem für Österreich segensreiches Hilfsprogramm. Wäre nicht auch ein ähnlicher „Plan“ für afrikanische und andere Staaten eine sinnvollere Maßnahme zur Schaffung von besseren Lebensgrundlagen für die Menschen in diesen Ländern, als die Forderung nach Streichung der Mittel für die Entwicklungshilfe?

Mir sind Politiker sympathischer, die Hilfsbedürftige nicht bestrafen, sondern fördern und unterstützen. Das im Jahr 2002 beschlossene Gesetz über die Entwicklungszusammenarbeit sieht vor, dass alle Staaten 0,7 Prozent ihres BIP dafür leisten. Österreich hinkt da noch weit hinterher. Außenminister Kurz könnte sich daher für eine entsprechende Erhöhung dieses Anteils einsetzen, anstatt eine Streichung dieser Mittel zu fordern – also fördern statt bestrafen.

Hans Riedler,
Hofmannstrasse, Linz