Prüfstein der

Leserbriefe / 04.08.2017 • 17:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Prüfstein der

Demokratie

Die Kanisfluh ist unter den Vorarlberger Bergen zweifels­ohne ein herausragender, imposanter Berg. Was dieser Berg für die Bewohner bedeutet, die an seinem Fuß aufgewachsen sind, das kann von einer außenstehenden Person nur erahnt, keinesfalls jedoch ermessen werden. Demgemäß sind die Diskussionen um den Kiesabbau von tiefen Emotionen geprägt. Die Fragen stehen im Raum: Wie wird die Landesregierung entscheiden? Werden die Interessen Einzelner, die Anzahl der Kubikmeter Kies und geologische Gutachten – letztlich also political correctness im Sinn des Zeitgeistes – die Frage entscheiden? Oder wird ausnahmsweise wegen des geschilderten Sachverhalts, eine Volksbefragung der Betroffenen durchgeführt, um eine wirklich demokratische Entscheidung herbeizuführen? Auf jeden Fall – so viel lässt sich schon heute sagen – wird die politische Entscheidung wegen der Tragweite als historische in die Geschichte des Bregenzerwaldes und Vorarlbergs eingehen. Und die Entscheidung wird nur dann klug sein, wenn sie sich nicht über den Willen der Mehrheit der Bevölkerung hinwegsetzt. Ansonsten droht der Konflikt weiterzuschwelen, und die Bürger und Bürgerinnen der betroffenen Gemeinden werden die politische Entscheidung nicht akzeptieren. In diesem Sinn wird die Frage um den Kiesabbau am Fuß der Kanisfluh wahrhaft zum Prüfstein der Vorarlberger Demokratie.

Dr. Othmar Mäser,

Rappenholzweg, Göfis

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