Kanisfluh –

Leserbriefe / 28.09.2017 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

damals wie heute

In den 1950er-Jahren brachte uns die aus Schnepfau stammende und in Andelsbuch als Lehrerin tätige Schwester Maria Consilia Hutle im Unterricht die Gedichte des Bregenzerwälder Mundartdichters Gebhard Wölfle näher. Schon er thematisierte in seinen Werken die Kanisfluh und beschrieb, wie der Berg nach strengen Wintern im Frühjahr bei Tauwetter zu rumpeln und Gestein „abzuwerfen“ begann. Schwester Maria Consilia erklärte uns, wie wichtig das Gestein jetzt schon wäre und noch werden würde.

Schon in den 1950er-Jahren bereitete man Mischgut am Fuße der Kanis­fluh auf und setzte das Kies regional ein – sei es für den Bau oder für den Straßenbau wie die L 200. Naheliegend also, warum die Gebrüder Ruf einen möglichen Abbau an der Nordseite der Kanisfluh ins Auge fassen – das Kies liegt ja quasi vor der Stubentür.

Der regionale Bedarf ist da und die Behörden werden aufgrund rechtlicher Vorgaben eine Entscheidung fällen. Jeder Gegner nehme sich ehrlich bei der Nase, ob nicht auch er diesen Rohstoff (Stein und Kies) schon vielfältig gebraucht hat. Ich vertraue der stets gewissenhaften und vorbildlichen Arbeit sowie Renaturierung der Gebrüder Rüf. Ich und sie halten es dabei wie Gebhard Wölfle: „Meor ehrod das Ault, und grüssod das Nü, und blibod üs sealb und dor Homat trü.“

Hildegard Kohler,

Moos, Andelsbuch