Stimmungsmache auf Kosten von Kindern

29.11.2017 • 17:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 29. November 2017.
VN-Bericht vom 29. November 2017.

Zum VN-Bericht „Rückkehr zu den Noten und schärfere Sanktionen“, vom 29. November 2017:

„Leistung muss sichtbar werden von Anfang an, sonst gibt es einen nahtlosen Übergang in die Mindestsicherung“, erklärte Herr Strache in einer Medienkonferenz zur Wiedereinführung von Noten auch in den unteren Volksschulklassen. Die verbale Beurteilung war in Vorarlberg 25 Jahre ein Schulversuch, endlich wurde nun in den ersten zwei Klassen dieses „ressourcenorientierte Gespräch“ anstatt der Notenbeurteilung eingeführt. Auf diese Gespräche haben sich die Schüler(innen) und Lehrer(innen) jeweils sehr engagiert und individuell abgestimmt vorbereitet. Mit einem gewissen Stolz haben die Kinder dann den Erwachsenen erzählt, was sie schon alles können, was sie Neues erfahren haben und wie es ihnen in der Klassengemeinschaft geht. Mit der verbalen Beurteilung wurden der auch durch Noten entstehende Leistungsdruck und das Konkurrenzdenken noch zurückgehalten, ein mehr gemeinschaftliches, soziales Lernen konnte Platz greifen. Die Kinder wurden dort abgeholt, wohin sie sich entwickelten, und nicht wie sie schon funktionieren sollten. Diese schwer erkämpfte Veränderung im Schulsystem zum angstfreien Lernen im Übergang vom Kindergarten- zum Schulkind soll jetzt einfach populistisch über Bord geworfen werden. Das ist das Gegenteil von „Kinder in die Mitte“ einer Gesellschaft nehmen. Wollen wir das mehrheitlich wirklich?

Michael M. Natter,

Ebnit, Dornbirn