Macht Ikea-Ansiedlung Sinn?

Leserbriefe / 03.01.2018 • 17:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Interview vom 2. Jänner 2018.
VN-Interview vom 2. Jänner 2018.

Zum Interview mit Landeshauptmann Markus Wallner, VN vom 2. 1.:

Wenn man Kaufkraft, die Ikea aus Vorarlberg abziehe, zurückhaben wolle, dann mache Ikea in Lustenau Sinn, so Landeshauptmann Wallner in den VN. Sinn macht es auf jeden Fall, ein bisschen näher hinzuschauen, wen diese ominöse Kaufkraft stärkt: Die Vorarlberger Wirtschaft oder doch nur Ikea? Ob Ikea die regionale Kaufkraft in St.Gallen oder in Lustenau absaugt, um die Einnahmen ins Ausland zu transferieren, macht keinen Unterschied. Wirtschaftskraft könnte nur dann für unsere Region lukriert werden, wenn Ikea auch hier produzieren würde. Davon kann aber keine Rede sein. Auch ist Ikea nicht dafür bekannt, in die Region zu investieren. Was also an regionalem Nutzen von Ikea bleibt, sind allein die ausbezahlten Löhne und Gehälter und die darauf entfallenden Steuern, die jedoch bei jeder anderen Nutzung des rund 25.000 m2 großen Grundstücks nachweislich beträchtlich höher ausfallen würden. Eine von der TU Wien speziell für Vorarlberg erstellte Studie kommt genau zu diesem Schluss. Als Beispiel möge Wolfurt dienen. Schon vor Jahren ist man in der Hofsteiggemeinde ganz bewusst nicht in die Ikea-Falle getappt. Heute stehen dort die Produktionsbetriebe Haberkorn und Meusburger. Als Fazit müsste man wohl die Überschrift des erwähnten Artikels abwandeln: „Wenn man mehr Wirtschaftskraft will, macht die Ikea-Ansiedlung keinen Sinn.“

Mag. Markus Riedmann,

Am Böhler, Lustenau