Afghanistan ist kein sicheres Rückkehrland

30.01.2018 • 17:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 29. Jänner 2018.
VN-Bericht vom 29. Jänner 2018.

Zum VN-Bericht „Schock und Trauer nach Anschlag in Kabul“, vom 29. 1.:

Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden am Samstag mindestens 103 Menschen getötet und über 200 verletzt. Aus den Schweizer Nachrichten war zu erfahren, dass aus Trauer über diesen Anschlag am Eiffelturm die Lichter ausgeschaltet wurden. In den deutschen Nachrichten wurde berichtet, dass Kabul inzwischen der gefährlichste Aufenthaltsort im Land ist. In Österreich hingegen war es der Hauptnachrichtensendung im Fernsehen um 19.30 Uhr an diesem Tag keine Meldung wert. Was ist in Österreich los? Will man den Irrglauben aufrechterhalten, dass Afghanistan ein sicheres Rückkehrland ist? Man beruft sich auf den derzeit einzigen gerichtlich beeideten Gutachter in Sachen Länderkunde Afghanistan, Karl Mahringer. Doch dessen Einschätzung, eine „zwangsweise Rückführung“ von geflüchteten Afghanen nach Kabul sei zumutbar, ist durch keine seriösen Quellen belegt. Die Tatsachen: Afghanistan wurde vom UN-Sicherheitsrat von einem „Post-Konfliktland“ zum „Land im Krieg“ hochgestuft. Bis zur Jahresmitte 2017 gab es mehr als 1600 getötete Zivilisten. Das Ausmaß akuter Mangelernährung hat laut UNO in 17 von 34 Provinzen Afghanistans das Katastrophenlevel
überschritten. Wie viel Not und Elend braucht es noch, bis die zuständigen Stellen in Österreich zur Einsicht kommen, dass das Leben von Menschen in Afghanistan akut bedroht ist und die Abschiebungen ausgesetzt werden müssen?

Brigitte Knünz, Mähdlegasse, Dornbirn; mit Elisabeth Mayer, Susanne Winder, Erna Reichweger, Helmut Eiter (alle FairAsyl)