Öffentliches

07.02.2018 • 20:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Interesse an

Naturraumschutz

Ich stimme dem Leserbrief von Herrn Conrad Amber (VN vom 3./4. Feb. 2018) vollinhaltlich zu: Im Montafon findet schon seit längerer Zeit eine rasant fortschreitende Denaturierung statt. Diese beginnt am Eingang des Montafons beim inzwischen vollständig abgeholzten Auwald beim ehemaligen Zementwerk Lorüns, setzt sich durch Sicherheitsabholzungen und Pflegemaßnahmen entlang der Verkehrsstraßen über die höchsten Grate am Schrunser Hochjoch (Panoramabahn) fort und findet demnächst mit dem Speichersee Schwarzköpfle seine Fortsetzung. Weitere Denaturierungen könnten folgen (Skiverbindung Gargellen – Schweiz, Attraktionspunkt Bielerhöhe, etc.). Nach jahrelangen Kontakten mit den Montafoner Bürgermeistern und dem Stand Montafon wurde mir kommuniziert, dass diese Bürgervertreter derzeit keine Notwendigkeit für ein aktives Naturraummanagement im Montafon sehen, aber (lediglich) an anlassbezogenem Naturschutz (meist nur Kosmetik) interessiert sind. Es hat auch den Anschein, dass gewisse Interessengruppen im Montafon für sich ein exklusives Meinungs- und Verfügungsmonopol in Sachen Naturraumverfügung haben. Etliche Befürworter der immer aggressiveren Tourismusentwicklung im Montafon scheinen sich auch berechtigt zu fühlen, Andersdenkenden die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse abzuerkennen. Die Zeichen der Zeit machen überdeutlich: Es ist allerhöchste Zeit, auch das Bedürfnis nach nachhaltigem und möglichst zurückhaltendem Naturraummanagement als sehr großes öffentliches Interesse zur Kenntnis zu nehmen und auch entsprechend zu berücksichtigen.

Gebhard Burger,

Rätikonstraße, Schruns