Kirchenaustritte 2017

Leserbriefe / 18.02.2018 • 18:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Im Jänner werden jeweils die Kirchenaustritte des Vorjahres kommentiert: von den Zeitungen, im Fernsehen und länger bleibend im Internet, von den Kirchen selbst, von den Neutralen und den Gegnern. Die Kirchen versuchen, die wechselnde Zahl der Austritte, die jährlich ca. ein Prozent der Mitgliederzahl betragen, im Vergleich zum Vorjahr als Stabilisierung darzustellen. Die Angaben sind begrenzt, lediglich bei den Protestanten in Deutschland sind die Angaben offener. Die Mitgliederzahlen sind bei den Protestanten in Deutschland 2016 um 350.000 zurückgegangen, zu den Kirchenaustritten von 190.000 kommt die Zahl der Sterbefälle, die durch die Taufen nicht mehr ausgeglichen wird; das sind 1,6 Prozent. Dass die Eingänge der Kirchensteuer gestiegen sind, ist der Konjunktur der deutschen Wirtschaft zuzuschreiben. Bei den Katholiken wurde die Zahl der Besucher von Sonntagsmessen an sogenannten Zählsonntagen angegeben, es sind zehn Prozent der Gläubigen. Das heißt, 90 Prozent der Mitglieder sind keine Gläubigen. Die Kommentare um das Warum sprechen von Distanz durch den Zeitgeist, Zweifeln, Mängeln der Gemeindearbeit und Skandalen. In Wirklichkeit dringt die Aufklärung in der Literatur durch Fernsehen und Internet langsam doch in die Gesellschaft, dass diese Kirchen nicht die Lehre Jesu vertreten, sondern der Herrschaft einer Oberschicht dienen. Diese Staatskirchen werden zu kleinen Sekten mit riesigem Besitz.

Josef A. Schmidt,

Am Rain, Nenzing