Sachliche Bildungs-
diskussion

21.02.2018 • 17:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Seit dem Amtsantritt des neuen Bildungsministers hat man den Eindruck, dass auf Bundesebene bildungspolitische Diskussionen endlich mit Fachkompetenz und Sachlichkeit geführt werden. In Vorarlberg ist man davon noch weit entfernt. Warum darf man etwa die Möglichkeit der Verschiebung der Neuen Oberstufe (NOST) nicht positiv bewerten? Es bestehen ja immer noch Unklarheiten bei dieser großangelegten Umstellung der Unterrichtsorganisation. Warum ist man „reaktionär“, wenn man eine Zwischenevaluierung, die auch im Interesse der Schüler(innen) ist, begrüßt? Ergebnisse der BIFIE-Standardüberprüfungen in Deutsch (2015) zeigen dringenden Handlungsbedarf beim Erwerb der Unterrichtssprache. So verfügten 33 Prozent der Zehnjähri­gen mit Deutsch als Erstsprache über kein ausreichendes Leseverständnis, bei Kindern mit einer anderen Erstsprache ist der Anteil 63 Prozent. Kollege Pušnik kritisiert in seinem Leserbrief die Einführung von Deutschförderklassen als „radikale Segregation“. Wie wäre es mit einem Blick nach Finnland? „Zugewanderte Sechs- bis Zehnjäh-
rige besuchen mindestens 900 Stunden einen Finnischkurs, bevor sie am Regelunterricht teilnehmen“ (ÖIF, Zusammen:Österreich). Wo bleibt hier die Sachkenntnis, die man anderen abspricht? Und zum Thema „Gymnasium“: Auch in den Gymnasien gibt es Projektunterricht, Methodentraining, Orientierungsgespräche, Soziales Lernen, Teamteaching, Ganztagsklassen, enga-
gierte Lehrer(innen), die Schulentwicklung vor Ort betreiben und unter den nicht immer einfachen Rahmenbedingungen hervorragende fachliche und erzieherische Arbeit zum Wohle unserer Kinder leisten.

Mag. Michaela Germann,

Vorsitzende ÖPU, Lauterach,

Kapellenstraße