Agrargemeinschaften

Leserbriefe / 23.02.2018 • 16:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Kommentar „Gemeindegut“ von Peter Bußjäger, VN vom 16. 2.:

Mich stört die namentliche Verunglimpfung dreier Agrargemeinschaften und auch der Ausdruck „enteignet“, durch den auch indirekt die Agrarbehörde als Mithelfer der Enteignung gebrandmarkt wird. Weil die sogenannten Gemeindegüter als Überbleibsel der üblichen gemeinschaftlichen Nutzung der Wälder und Alenden immer schon Gegenstand verschiedener Rechtsauffassungen waren, hat ein ebenso mutiger Landtag sich bemüht, die unklaren Verhältnisse durch das Flurverfassungsgesetz von 1951 zu regeln. Auch dieses wurde von niemandem beeinsprucht. Also war die Vollziehung des Gesetzes durch die damit beauftragte Behörde rechtens. Im „Regulierung der rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse“ genannten Behördenverfahren wurden Gemeinde und Nutzungsberechtigte gehört, alte Urkunden studiert und versucht, ein Übereinkommen zwischen Gemeinde und Nutzungsberechtigten zu finden. Erst wenn dies von beiden Seiten anerkannt wurde, wurde der behördliche Bescheid rechtskräftig. Wo also hier eine Enteignung stattgefunden hat, ist nicht klar. Und wenn der Landtag zu einer anderen Rechtsauffassung kam und ein Gesetz über die Gemeindegüter beschloss, kann das doch nicht Grund dafür sein, die regulierten Agrargemeinschaften an den Pranger zu stellen.

DI Hubert Grabher,

Kaspar-Hagenstraße,

Dornbirn