Das System

03.05.2018 • 17:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es erstaunt, mit welcher Leichtigkeit unser Bundeskanzler von Funktionären eines abgewählten Systems spricht. Er rechnet damit, dass Menschen nicht so einfach ihr Arbeitsfeld verlieren und das nicht so einfach hinnehmen wollen, aber er bleibe bei seiner und Straches Entscheidungsstärke. Das sogenannte System und seine Vertreter der Sozialversicherung und die Rechte der Bundesländer müssen gestutzt werden, ansonsten kann man vielleicht andere nicht entlasten. Irgendwo muss man sparen, am besten bei den Anderen, die sich ihr Leben lang um ein für alle effizientes System bemüht haben. Ob nicht wir alle von all diesen Sparmaßnahmen betroffen sein werden? Mit Gesundheit und Frieden ist nicht zu spaßen, besonders nicht mit der sozialen Sicherheit für einfache Menschen: Rauchen soll man überall können, für die Probleme müssen dann aber alle zahlen – diese Freiheit bleibt bestehen. Ein junger Bundeskanzler, der nicht raucht und keinem Laster nachgeht, der seit seinem 20. Lebensjahr begütert lebt, kennt nicht die Probleme einfacher Menschen in unserer Zeit. Des einen Armut ist des anderen vermehrter Wohlstand. Sind wir wirklich so unsolidarisch? Es macht nachdenklich, wenn soziale Systeme im Sinne neoliberaler Denkmuster gestutzt werden.

Mag. Christiane Url,

Freundsbergstraße 24, Innsbruck