Frauensynode gewünscht

Leserbriefe / 04.05.2018 • 18:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Zeichen einer neuen Epoche der katholischen Kirche ist es, dass heutzutage ein solcher Wunsch aus dem Vatikan kommen kann. Die Päpstliche Lateinamerika-Kommission lud heuer zur Vollversammlung neben den 24 Kardinälen und Bischöfen, die der Kommission angehören, auch noch 14 südamerikanische Frauen, die in ihren Ländern verschiedene Positionen und Aufgaben innehaben. Die Versammelten stellten in Bezug auf das weibliche Geschlecht epochale Veränderungen und einen bemerkenswerten Bewusstseinswandel fest. Deshalb schlugen sie vor, dass der Familiensynode und der Jugendsynode (Oktober 2018) auch eine Frauen-Synode folgen sollte. Der Abschlusstext der Versammlung beginnt mit den Worten: „Die katholische Kirche, die dem Beispiel Jesu folgt, muss frei sein von jeglichen Vorurteilen, Stereotypen und Diskriminierungen gegenüber Frauen.“

In Bezug auf die Lage der Frauen in Lateinamerika wird festgestellt: Besonders benachteiligt, diskriminiert und gefährdet sind dort arme, indigene und afroamerikanische Frauen. Doch die Frauen suchen nicht nur in Lateinamerika, sondern auf allen Kontinenten eine ihnen nach heutigem Bewusstseinsstand angemessene Stellung in Gesellschaft und Kirche. Eine Frauen-Synode mit zahlreicher und aktiver Teilnahme von Frauen könnte dafür Türen öffnen.

Pfr. Helmut Rohner,

Bahnhofstraße,

Dornbirn