Handlanger
gedungener Mörder?

07.05.2018 • 16:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Angehörige der syrischen Geheimpolizei werden in einem Hinterhalt von Schmugglern (oder 2012 doch bereits Rebellen?) massakriert. Und unsere Blauhelme sehen zu, nein schlimmer, warnen sie nicht einmal.

Tatsächlich ist es so, dass viele eigentlich kaum darüber Bescheid wissen, welchen Situationen unsere Soldaten in Krisen-, Konflikt- und Kriegs-
gebieten täglich ausgesetzt sind. Nur im Extremfall hört man von ihrer Arbeit. Wer erinnert sich noch an die Soldaten von UNPROFOR (der United Nations Protection Force, also der UN „Schutz“-Truppe), unter
deren Augen am Balkan Anfang der 1990er schreckliche Verbrechen begangen wurden? Verpflichtet zur bedingungslosen Neutralität geschah
vor ihren Augen das Massaker von Srebrenica. Selbst Flüchtlinge, welche die UN-Soldaten vor dem sicheren Tod im Schützenpanzer versteckte, musste man am Kontrollposten wieder aussteigen lassen. Wer erinnert sich an den kanadischen Generalmajor Dallair, den Komman-
danten der UNAMIR-Truppe in Ru­a-
nda zum Zeitpunkt des Völkermordes? Seine Warnungen blieben bei den UN in New York ungehört, seine Soldaten mussten den Massakern tatenlos zusehen.

Mittlerweile hat er zwei Selbstmordversuche hinter sich. Er fühlt sich mitschuldig, da es ihm nicht gelungen war, die Verein-
ten Nationen wachzurütteln. Die eingesetzte Untersuchungskommission hat ihre Arbeit aufgenommen. Renommierte Völkerrechtsexperten sind ein Teil von ihr. Es ist ihre Aufgabe, mit maximaler Objektivität die Ereignisse zu untersuchen.

Dr. Markus Reisner,

Klingfurth, Bromberg