Deutschförderklassen in der Praxis

08.05.2018 • 16:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 12. April 2018.
VN-Bericht vom 12. April 2018.

Mit großem Interesse verfolge ich die Diskussion um die geplanten Deutschförderklassen und erlaube mir, mich zu Wort zu melden, weil ich diese Art von Sprachförderung als sehr sinnvoll erachte. Ich arbeite derzeit als Deutschlehrerin an einer österreichischen Auslandsschule, in der die nicht-deutschsprachigen SchülerInnen innerhalb von fünf Jahren auf das höchste Deutsch-Sprachniveau (C1) gebracht werden und die österreichische Matura ablegen können, durchaus mit derselben Qualität wie in Österreich. Das wäre nicht möglich, wenn die Kinder nicht ein intensives Vorbereitungsjahr durchlaufen würden, in dem sie 20 Stunden Deutschunterricht erhalten. Auch Mathematik und andere Fächer werden auf Deutsch unterrichtet.

Dieser intensive Deutschunterricht macht rasche Fortschritte möglich und gibt den Kindern schnell das Gefühl, Deutsch zu können. Zwei LehrerInnen teilen sich den Deutschunterricht, die Vokabeln werden von einer zweisprachigen Lehrerin erklärt. Dieses Vorbereitungsjahr ermöglicht den regulären Deutschunterricht der Folgejahre. Nach diesem Vorbereitungsjahr können die Schüler wirklich gutes Hochdeutsch, was mich fasziniert, weil mein eigenes Erlernen der Sprache meines Gastlandes nicht annähernd von so viel Erfolg gekrönt ist. Natürlich braucht es gute Lehrwerke, durchdachte Konzepte, pädagogisches Wohlwollen und nicht zuletzt motivierte Kinder, aber ein intensives Lernjahr mit einem Deutschschwerpunkt bringt raschen und nachhaltigen Lernerfolg. Zudem lernen die SchülerInnen von Anfang an fehlerfreies Deutsch.

MMag. Birgit Sprenger,

Bahnhofstraße, Bludenz