Zu wenige Reformen

11.05.2018 • 17:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach der Meinung des Wiener Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner sind die meisten Strukturreformen heute in den katholischen Ortskirchen falsch ausgerichtet, nämlich auf die Kirche selbst und nicht auf die Welt. Man möchte den Zustand der Ortskirchen, wie sie bisher waren, so gut wie möglich in die Zukunft retten. Das gelingt nur in verwässerter Form und bindet außerdem alle vorhandenen Kräfte an die binnenkirchliche Arbeit. Das sollte geändert werden. Die „erste Frage für eine Kirche auf dem Weg in eine neue Zukunft“ laute: „Wie steht es um die Welt, um die Menschen? Was sind ihre Hoffnung und Freude, ihre Trauer und Angst?“ Die Reformen, die heute stattfinden, gehen nicht weit genug, weil sie nicht auf die heutige Welt und ihre vielfältigen Herausforderungen ausgerichtet sind, sondern auf die heutige und gestrige Kirche. Die westlichen Gesellschaften sind von Verlustängsten geprägt. Die Kirche könnte vom Glauben an den einen Gott aller Menschen her eine „Gegenkultur des Vertrauens“ heilend aufzubauen versuchen.

Pfr. Helmut Rohner,

Bahnhofstraße, Dornbirn