KZ sind nicht vom Himmel gefallen

17.05.2018 • 16:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 7. Mai 2018.
VN-Bericht vom 7. Mai 2018.

Weder Auschwitz noch Mauthausen seien vom Himmel gefallen. Die Entwicklung habe schon viele Jahre vor dem Krieg begonnen und sei Schritt für Schritt erfolgt,
mahnte Bundespräsident Van der Bellen beim Gedenken an die Befreiung des
Konzentrationslagers

Mauthausen kürzlich. Dieser Aussage kann man beipflichten und sollte sie ernst nehmen. Denn manche Dinge wieder-
holen sich, wenn auch in anderer Weise. Ich denke dabei an die Neutralität, welche nach dem Krieg innerhalb zehn Jahren ausverhandelt und als ein Bundesverfassungsge-

setz verankert wurde. „Österreich ist frei“, rief Bundeskanzler Figl damals vom Balkon des Belvedere dem Volk zu, und der Jubel war groß. Mittlerweile sieht die Sache anders aus. Österreich ist EU-Mitglied geworden, indem man die Frage der Neutralität, wie es schien, im Beitrittsvertrag ausgeklammert hat, um in weiterer Folge Schritt für Schritt mit Verträgen (GASP, usw.) dieser Scheinneutralität ein schmähliches Ende zu bereiten. Den Herrn Bundespräsidenten schein dies nicht allzu sehr zu stören. Er könnte aber gerade von den Opfern des Holocaust lernen, wovon viele die Dinge, die damals schon Jahre zuvor passierten, nicht wahrhaben wollten oder konnten.

Gerda Kopecny,

Rudolfstraße, Lustenau