Kälbertransporte

03.04.2019 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief „Die Sünde gegenüber der stummen Kreatur“ von Werner Giacomuzzi, VN vom 28. 3. 2019:

Lieber Herr Giacomuzzi, Ihren Worten kann ich nur zustimmen, würde aber in mancher Hinsicht noch ein bisschen deutlicher werden. Denn diese lebendigen Wesen müssen ihr gequältes Leben nicht auf diese grausame Art beenden, sondern es wird durch andere lebendige Wesen grausam beendet. Es gibt Studien darüber, in welcher Form insbesondere Akkordschlächter psychische Traumatisierungen davontragen, weil das Töten von jungen, gesunden Lebewesen eben widernatürlich ist und ständige Überwindung kostet. Auch viele der Menschen, die sich für Tierschutz und Tierrechte einsetzen, können diese Art von Sekundärtraumatisierung oft kaum mehr bewältigen. Augenscheinlich anders als die übrigen Systempartner, die über Leben und Tod am Schreibtisch entscheiden. Darüber hinaus würde ich meinen, dass nicht nur Kälber „stumme Kreaturen“ sind, sondern auch die vielen engagierten Zweibeiner, die sich nun schon seit Jahren für das Ende dieser Tierquälereien einsetzen. Sie werden offenbar nicht gehört. Es bleibt abzuwarten, wie viel Ignoranz und Überheblichkeit eine „mündige“ Gesellschaft verträgt. In einem Punkt habe ich eine andere Meinung: Die Vorstellung einer „humanen“ Schlachtung ist ein Phantasma. Ein ungewollter und unnatürlicher Tod ist immer ein irreversibler und gewalttätiger Totalschaden. Die Schlachtung mag sachgerecht durchgeführt sein, das Prädikat „human“ verdient sie deshalb aber nicht.

Ulrike Schmid, Götzis