Behinderte ausgeschlossen

Leserbriefe / 03.06.2018 • 16:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kritik gibt es an der nicht behindertengerechten Bauweise des Palais Thurn und Taxis.VN-Archiv
Kritik gibt es an der nicht behindertengerechten Bauweise des Palais Thurn und Taxis.VN-Archiv

Wie Kunstgenuss auch heute noch vor Behinderten geschützt wird: Freitag, 1. 6. 2018, abends im Palais Thurn und Taxis in Bregenz. Der bisherige Präsident, Willi Meusburger, wird verabschiedet. Drinnen. Mit ansprechender Kunst, Essen und Trinken, Ansprachen von Bürgermeister und Landesrat. Viele weitere sind gekommen: Mitglieder der Künstlervereinigung, Prominente und Bekannte, die gespannt der Laudatio von Christoph Aigner folgen. Schön.

Weniger schön aber für eine Frau im Rollstuhl und ihre Begleiterin, die sich beide ganz nahe vor den ca. 12 bis 15 Stufen positioniert haben und hoffen, ein paar der Wortfetzen aus dem Lautsprecher zu ergattern. Draußen. Brutaler kann ein Ausschluss von der Kunst und der Gemeinschaft der Feiernden wohl kaum inszeniert werden. Was für ein Bild dafür, wie unsere Gesellschaft Beeinträchtigte zu Behinderten macht. Niemand kam offenbar auf die Idee, sie nach oben zu tragen, auch ich erst am Ende der Veranstaltung. Und niemand hat sich offenbar bisher drum gekümmert, dass damit nicht nur Behinderte, sondern auch alte Gehbeeinträchtigte oder Besucher(innen) mit Kinderwagen keine Chance haben, an den Ausstellungen und Veranstaltungen teilzunehmen. Das Gebäude ist in öffentlichem Eigentum. Wenn ich recht informiert bin, gibt es Gesetze, die bauliche Maßnahmen vorschreiben und Geld, um einen entsprechenden Zugang zu schaffen.

Martin Bentele,

Riedergasse,

Bregenz