17 Jahre nach 9/11

von Redaktion

Zum VN Bericht „U-Bahn-Station wieder offen“, VN vom 10.9.2018:

Nach den 11. September-Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon hat mit der Aussage „Unsere Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt“ in Afghanistan das Desaster begonnen. Wobei für den Terrorangriff in den USA kein einziger Afghane – 15 der 19 Attentäter waren saudi-arabische Staatsbürger – verantwortlich war. Dass die Taliban nach 17 Kriegsjahren wieder ca. 40 Prozent von Afghanistan unter ihrer Kontrolle haben, zeigt nur die Sinnlosigkeit dieses längst verlorenen Krieges. Laut Wikipedia kostet der OEF/ISAF-Einsatz in Afghanistan jährlich etwa 143 Milliarden US-Dollar. Die Taliban, die ihren Kampf mit den Einnahmen aus der Opiumproduktion finanzieren (auf 300.000 Hektar werden jährlich bis zu 7000 Tonnen/85 % vom Weltmarkt gewonnen), spült ca. 500 Millionen US-Dollar in ihre Kriegskassen. Es wäre nicht nur im Sinne der weltweiten Drogenprobleme, diese Anbauflächen zu vernichten, es würde auch den Taliban ihre finanzielle Grundlage zum Waffenkauf nehmen. Die enormen Aufbauhilfen an die afghanische Regierung sollten auch an der Vernichtung der Anbauflächen (Opium bringt den Bauern elf Mal so viel Gewinn als Weizen) gekoppelt sein. Es stellt sich aber die Frage, ob diese höchstwahrscheinlich zielführendere und vor allem Menschenleben schonende Kriegsführung im Interesse des obersten Waffenlobbyisten „Donald Trump“ ist, der bereits am nächsten, vielversprechenden Krieg gegen den Iran erfolgreich arbeitet.

Alfred Fuchs, Dornbirn

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