Die Geister, die ich rief . . .

Leserbriefe / 17.07.2016 • 18:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Den Freiheitlichen H.-C. Strache und Norbert Hofer wird Polarisierung und das Schüren von Misstrauen vorgeworfen. Foto: Reuters
Den Freiheitlichen H.-C. Strache und Norbert Hofer wird Polarisierung und das Schüren von Misstrauen vorgeworfen. Foto: Reuters

Mich widert der tägliche rechtspopulistische Klamauk an. Kein Tag ohne neue Lügen und Falschdarstellungen von Hofer, Strache und Co., mit dem Ziel, die Bevölkerung zu polarisieren und gegenseitiges Misstrauen und (Fremden-)Hass zu schüren. Mittlerweile tanzen schon an sich gebildete Menschen nach den Pfeifen dieser Rattenfänger. Es traut sich ja schon fast niemand mehr, die Wahrheit zu sagen. Selbst der VfGH kuscht vor Strache und Hofer und entscheidet gegen den Wählerwillen, denn Wahlmanipulation hat das Gericht nicht festgestellt. Auch die Politiker der ÖVP trauen sich aus Mangel an eigenem Profil und aus Angst vor Stimmenverlust nicht mehr zu sagen, was wirklich nottut: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Kompetenz für die EU! Die ÖVP-Politiker, allen voran Sebastian Kurz, irren, wenn sie glauben, mit populistischem Rechtsruck Wähler zu gewinnen. Das Gegenteil ist der Fall. Die ÖVP macht Rechtspopulismus salonfähig und treibt Strache und Hofer die Wähler in deren offene Arme. Es wird spannend werden, ob und wie die ÖVP die Wende macht, um die Geister, die gerufen wurden, wieder loszuwerden. Die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Goethe ist aktueller denn je.

Walter Länge, oberfeldweg 24, bludenz