Enkeltauglichkeit

Leserbriefe / 10.03.2019 • 17:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eines der Lieblingswörter unserer Politiker ist die „Enkeltauglichkeit“. Dieses Wort definiert unter anderem, dass der Umgang unserer Generation mit den natürlichen Ressourcen der Erde die Entwicklungschancen der zukünftigen Generationen bestimmt. Als Familien-
vater mache ich mir darüber natürlich Gedanken und stelle fest, dass es sich bei dieser Wortverwendung oft nur um einen Marketinggag der Politiker handelt und nicht um ihre wirkliche Gesinnung. Im Vertrauen auf die Politik und deren Aussagen haben meine Frau und ich im Jahr 2009 unser Eigenheim im Unterklien gebaut (auf einem Grundstück, das seit vielen Generationen im Familienbesitz ist) und nachdem ein Beschluss der Hohenemser Stadtvertreter aus dem Jahr 1999 gegen eine geplante Steinbrucherweiterung gefasst wurde und drei negative Verfahrensbescheide vorlagen. Umso geschockter waren wir, als im Jahr 2018 eine Presseaussendung durch die Medien ging, in welcher eine neuerliche Steinbrucherweiterung in demselben Gebiet, mit der genau derselben geologischen Instabilität geplant sei. Ein Restrisiko ist gegeben und wird auf uns Anrainer abgewälzt. Wer trägt aber die Verantwortung, wenn was passiert? Ist es die Firma Rhomberg, die Stadt Hohenems oder das Land Vorarlberg? Und wie soll eine Abgeltung aussehen? Was ist ein Menschenleben wert? Ich appelliere an die Landesregierung, uns Anrainer vor einem solchen Szenario im Vorfeld zu schützen und die Enkeltauglichkeit zu leben.

Florian Rusch, Hohenems